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Aus dem Sanella-Album Australien Neuseeland |
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Sohn vererbt wird und bei den Maoris als besonders kostbar gilt!" flüstert mir Freddy zu. Der alte Häuptling winkt uns, Platz zu nehmen. Seine gewaltige Pfeife qualmt mächtig. Neben ihm liegt eine kurze dicke Keule aus Jadeit, einem harten Stein, aus dem die Maoris Keulen, Speerspitzen und Äxte machten. Diese Keule hier ist sicher uralt, denn sie hat unzählige Schrammen und Kerben. Und da die Maoris - bevor sie von den Feuerwaffen der Weißen besiegt wurden - ein sehr kriegerisches Volk waren, haben wahrscheinlich viele braune und weiße Dickschädel zu den Scharten beigetragen ... Die Unterhaltung geht hin und her in einem seltsamen Gemisch aus Maori und Englisch. Einige der jüngeren Maoris tragen Wollhemden und Hosen wie wir. Aber der Häuptling und die andern alten Männer haben - wie ihre Vorväter - Flachsmäntel um die Schultern hängen. Im Haar des Häuptlings steckt die Feder des Huia=Vogels. Nur Maoris aus alten und vornehmen Familien haben das Recht, Huia=Federn zu tragen. |
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Nach einer Stunde angestrengter Unterhaltung - ich habe nur wenig davon verstanden - machen wir einen Rundgang durch den Pah. Da ich mittlerweile Hunger bekommen habe und den Geruch von Schweinebraten in die Nase bekomme, gehe ich dem Duft nach. Ein paar Maorifrauen hocken um eine Grube herum, aus der weiße Dampfwolken aufsteigen. Aber nicht nur Dampf kommt aus der Grube, sondern auch Duft, Duft von Schweinebraten! Auch mein Nasenmädchen sitzt da. Anscheinend hat sie mein Schnubbern bemerkt, denn sie lacht schon wieder. "Du Hunger? Fleisch gleich fertig - dann du essen viel!" Dann erklärt sie mir, wie man hier bei den Maoris die Speisen zubereitet. "Große Steine ganz heiß machen in Feuer. Dann Steine in Grube legen. |
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Fleisch und Bataten in frische Blätter wickeln und auf heiße Steine legen. Blätter gut riechen, wenn warm. Dann Wasser in Grube spritzen. Wasser macht zisch=zisch und weiße Wolken. Ganz schnell mehr Blätter auf Fleisch tun. Dann Erde, damit Ofen zu. In kleine Zeit Essen fertig - ganz allein!" Schweinebraten und Kannibalen Inzwischen haben die anderen Frauen die Erdschicht abgeräumt. Braune, fettige Blätter kommen zum Vorschein. Mir läuft das Wasser im Munde zusammen - es duftet wie in Mutters Küche! - Ein paar Minuten später sitzen wir alle friedlich futternd beieinander. Mit sicherer Nase haben auch Freddy und Klaus den Weg zu uns gefunden. Sie sehen mich beide ein bißchen bewundernd an. Offensichtlich bin ich in ihrer Achtung erheblich gestiegen, denn sicher glauben sie, daß mir nur das Nasenreiben diese Schweinebratenbeziehungen verschafft habe. Nach dem Essen bummeln wir zum Rotorua=See hinunter, um ein Bad zu nehmen. |
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